Entscheidungshilfe für Blu-ray-Kopien

HandBrake-Bildrate: Same as Source, VFR, PFR oder CFR?

So wählen Sie in HandBrake Same as Source, VFR, PFR oder CFR, unterscheiden Obergrenze und festen Zielwert und prüfen Probe sowie vollständige Ausgabe.

Wenn die zeitliche Struktur der Quelle erhalten bleiben soll, beginnen Sie mit Same as Source und VFR. Soll lediglich eine Obergrenze eingehalten werden, wählen Sie einen konkreten Wert mit PFR. Nur wenn Schnittsystem oder Abgabe eine konstante Bildrate verlangen, verwenden Sie CFR mit dem tatsächlich geforderten Wert. Runden Sie 23,976 nicht auf 24 oder 29,97 auf 30, ohne die Zielspezifikation zu prüfen.

Der Ablauf gilt für bereits lesbare Blu-ray-Sicherungen und eigene oder autorisierte Videos. Er erklärt weder Entschlüsselung noch das Auslesen einer Disc. Eine Änderung der Bildrate ist nicht verlustfrei und rechtfertigt nicht, die geprüfte Quelle durch die transkodierte Datei zu ersetzen.

Bildratenwert und Steuerungsmodus sind zwei Entscheidungen

Im Video-Bereich von HandBrake bestimmen das Feld für die Bildrate und VFR, PFR beziehungsweise CFR verschiedene Dinge. Die Auswahl „30“ bedeutet daher nicht automatisch, dass jedes Bild mit konstant 30 fps ausgegeben wird.

Ziel Bildrate Modus Ergebnis
Zeitstruktur der Quelle erhalten Same as Source VFR Quellzeitstempel bleiben maßgeblich
Spitzenwert begrenzen beispielsweise 30 PFR Unterhalb der Grenze bleibt das Quelltiming erhalten; höhere Raten werden begrenzt
Konstante Rate liefern exakter Abgabewert CFR Die gesamte Ausgabe verwendet eine Bildrate

Diese Wahl ist von Qualität und Dateigröße getrennt. RF oder Videobitrate aus dem Leitfaden Constant Quality oder Average Bitrate legen den Bildratenmodus nicht fest.

Same as Source mit VFR erhält das Timing

Die aktuelle HandBrake-CLI-Referenz beschreibt VFR als Erhalt des Quelltimings. In Verbindung mit Same as Source findet keine Umwandlung auf eine vorgegebene Bildrate statt.

VFR zwingt eine Quelle mit konstantem Timing jedoch nicht zu einer wechselnden Bildrate. Sind die Zeitstempel gleichmäßig, kann auch die Ausgabe gleichmäßig bleiben. Same as Source bedeutet außerdem weder „verlustfrei“ noch „nur neu verpacken“. HandBrake konvertiert das Video immer und erzeugt eine neu codierte Kopie.

Für eine Wiedergabekopie ist die Kombination ein sinnvoller Ausgangspunkt, wenn der Zielplayer das ursprüngliche Timing unterstützt. Verlangt ein Schnittprogramm oder eine Lieferplattform ausdrücklich CFR, gilt dagegen die konkrete Abgabeanforderung.

PFR setzt eine Obergrenze, keinen Zielwert

PFR steht für Peak Frame Rate. Der gewählte Wert begrenzt die Bildrate nach oben, während das Quelltiming darunter erhalten bleibt. Die folgenden Beispiele setzen progressive Quellen ohne Filter voraus, die deren zeitliche Bildfolge verändern. Bei einer hypothetischen 23,976-fps-Quelle mit 30 PFR wird die Quelle nach dieser Regel nicht auf 30 fps angehoben. Bei einer hypothetischen 60-fps-Quelle begrenzt dieselbe Einstellung die Ausgabe dagegen auf 30 fps. Das sind Beispiele aus der beschriebenen Regel, keine CopyBluray-Encodingmessungen.

Laut HandBrakes Dokumentation der offiziellen Presets bezeichnen die Bildraten in den Namen allgemeiner Presets deren Maximalwert. Verlassen Sie sich trotzdem nicht nur auf den Namen: Die Production-Presets werden ausdrücklich als CFR-Presets für Schnittabläufe beschrieben. Prüfen Sie nach der Preset-Auswahl den tatsächlichen Wert und Modus im Video-Bereich.

Der kleine Unterschied zwischen 24 und 23,976 sowie zwischen 30 und 29,97 ist für eine präzise Timeline oder eine technische Abgabe relevant. Übernehmen Sie den exakten geforderten Wert, statt ihn eigenmächtig auf eine ganze Zahl zu runden.

CFR nur bei einer echten Anforderung festlegen

CFR normalisiert die gesamte Ausgabe auf eine Rate. Laut CLI-Referenz verwendet HandBrake bei einem angegebenen Wert genau diesen; ohne angegebenen Wert wird die durchschnittliche Rate der Quelle verwendet. Same as Source und CFR erhalten variable Zeitabstände daher nicht unverändert, sondern vereinheitlichen sie.

CFR ist passend, wenn ein Schnittsystem oder eine Abgabespezifikation eine konstante Rate fordert. Es ist aber keine allgemeine Reparatur für asynchronen Ton. Beschädigte Zeitstempel, eine fehlerhafte Tonspur oder ein falsch gewählter Titel müssen jeweils separat untersucht werden.

Bei interlaced Material oder Telecine kann die Filterkette das Timing verändern. Setzen Sie nicht pauschal CFR 24 mit der Annahme, jede Blu-ray habe 24 fps. Analysieren Sie Quelle und benötigte Filter gesondert. Dieser Leitfaden gibt bewusst keine universelle Deinterlace- oder Detelecine-Einstellung vor.

Erst einen Ausschnitt, dann die vollständige Datei prüfen

Mit HandBrakes Preview-Funktion lassen sich Startposition und Dauer eines kurzen Versuchs festlegen. Ein belastbarer Ablauf ist:

  1. Bildrate und Timing der Quelle sowie Preset, Wert und VFR/PFR/CFR dokumentieren.
  2. Eine Probe mit Bewegung, Schnitten und Kameraschwenks im Zielplayer oder Schnittprogramm abspielen.
  3. Neben der Bewegung auch Lippen und Ton, Zeitanzeige sowie Springen innerhalb der Datei prüfen.
  4. Nach dem vollständigen Lauf Anfang, Mitte und Ende auf Synchronität kontrollieren und bei Bedarf vollständig dekodieren.
  5. Die Quelle behalten und die neue Datei erst nach Prüfung als Zugriffskopie übernehmen.

Eine kurze Probe belegt weder die Synchronität des ganzen Films noch die Kompatibilität aller Geräte. Klären Sie Container, Codec und Zielclient vorher mit dem Kompatibilitätsablauf für Blu-ray zu MP4 und akzeptieren Sie die Ausgabe anschließend mit der Prüfung aus Hash, vollständiger Dekodierung und Wiederherstellung.

HandBrakes technische Seite „Frame rate“ ist ausdrücklich als draft gekennzeichnet. Ihre Begriffe wurden für diesen Leitfaden mit der aktuellen CLI-Referenz und der offiziellen Preset-Dokumentation abgeglichen. Die Empfehlungen beruhen damit auf öffentlichen Unterlagen, nicht auf einem praktischen HandBrake-Encoding-, Disc-, Laufwerks-, Fernseh- oder Schnittprogrammtest.